Hafengeschichte

Hafengründung

Der Hafen schaut auf eine bewegte Geschichte zurück, die vor über 800 Jahren begann. Die erste urkundliche Erwähnung des Hafens 1211 liegt noch vor der offiziellen Stadtgründung 1226. Er war somit die Keimzelle der städtischen Entwicklung und trug stark zum wirtschaftlichen Wachstum der späteren Hansestadt bei.

Hansezeit

1385 wurde Wismar Mitglied der Hanse und die intensiven Geschäftsbeziehungen mit Visby, Lübeck, Nowgorod, Riga, Bergen und Gent sorgten für das schnelle Wachstum des Hafens. Koggen brachten Heringe in Fässern und Stoffe aus Brabant in die Stadt. Bier und Getreide wurden exportiert. Mit dem wachsenden Wohlstand wuchs auch die Größe der Schiffe und der Hafen entwickelte sich zu einem vielseitigen Umschlagplatz für Seegüter aller Art. Die Zugehörigkeit Wismars zur Hanse endete 1627 mit der Besetzung durch Wallensteins Truppen.

Schwedenzeit

1631 bauten die Schweden Wismar zur größten Festung Europas aus und der Hafen wurde nahezu ausschließlich als Standort der Kriegsflotte genutzt. Hierfür benötigte die schwedische Krone erfahrene Lotsen. 1657 gilt als Geburtsstunde des Wismarer Lotsenwesens. Kornexport und Stückgutversand von Wismar nach Schweden waren in dieser Zeit das wirtschaftliche Rückgrat des Handels.

Industrialisierung

1803 verliehen die Schweden Wismar wieder an das Land Mecklenburg. Die Bedeutungslosigkeit als Hafenstadt zu dieser Zeit änderte sich erst durch die fortschreitende Industrialisierung. Die Hafenvertiefung und der Bau des Neuen Hafens mit Schienenanschluss hatten aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts nachhaltigen Effekt.

DDR-Zeit

Nach dem 2. Weltkrieg bestimmten Kali- und Holzumschlag den Hafen. Der Bau des Getreidekais und vollautomatischer Umschlaganlagen machten Wismar in den 50ern zu einem schnellen Hafen.

Heute

Nach der politischen Wende hat sich der Seehafen Wismar zu einem modernen Industrie- und Logistikstandort mit ausgezeichneter Infrastruktur entwickelt. Vielfältige industrielle Ansiedlungen vor allem in den Branchen Holz- und Metallverarbeitung und Chemie tragen zum Bild des Universalhafens bei.

Noch tiefere Einblicke in die Geschichte des Hafens bietet das Buch »Hiev an«, das zum 800-jährigen Jubiläum von Rainer Däbritz veröffentlicht wurde und im Buchhandel sowie unter der ISBN-Nummer: ISBN 978-3-00-032878-7 erhältlich ist.

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