Seehafen investiert 36 Millionen Euro

10.06.2015 – 

Um es in Fußballersprache zu sagen: Der Seehafen Wismar wächst um drei Fußballfelder. Bis Mitte 2018 entstehen eine neue Kaianlage auf einer Länge von 332 Metern sowie eine 41.500 Quadratmeter große Erweiterungsfläche mit Gleisanschluss und Straßenanbindung. Die Fläche, so Seehafen- Geschäftsführer Michael Kremp, wird aufgespült.

Die Kosten belaufen sich auf 35,6 Millionen Euro. Bund und Land steuern 23,5 Millionen Euro bei. Ministerpräsident Erwin Sellering und Infrastrukturminister Christian Pegel übergaben gestern einen Fördermittelbescheid an Bürgermeister Thomas Beyer (SPD).

Nach Angaben von Michael Kremp werden die Bauarbeiten im Oktober beginnen und sollen bis Mitte 2018 abgeschlossen sein. Der Seehafen selbst steuert für das Vorhaben zwölf Millionen Euro bei. Kremp zur aktuellen Situation: „Mit dem ersten Halbjahr sind wir sehr zufrieden, so darf es weitergehen.“ Die neue Investition sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft. Bürgermeister Thomas Beyer sieht den Seehafen in puncto Umschlagzahlen und Wirtschaftlichkeit gut aufgestellt. Beyer: „Der Seehafen ist ein zentraler Infrastruktur- und Standortfaktor für unsere Stadt. Mit dem Ausbau wird er noch leistungsfähiger, als er bereits ist.“ Die Hansestadt ist mit 90 % Hauptgesellschafter, das Land hält 10 Prozent.

Der Ministerpräsident hob gestern die wirtschaftliche Bedeutung der Häfen für das Land hervor. Sie seien nicht nur Umschlagplätze für Güter, sondern wichtige Industriestandorte. Sellering: „Das zeigt sich in Wismar besonders deutlich, wo sich mit den holzverarbeitenden Betrieben und einigen Zulieferern aus der Offshore-Windkraft seit Ende der 90er Jahre eine Reihe von Firmen direkt an der Kaikante angesiedelt haben. Mit dieser Investition wollen wir den Seehafen Wismar weiter stärken.“

Sellering, der gestern nach dem Besuch im Seehafen mit seinem Kabinett im Technologie- und Forschungszentrum politische Themen beriet, sprach mit der geplanten Vertiefung der Fahrrinne ein weiteres ganz wichtiges Vorhaben für den Seehafen an. Die Fahrrinne soll von 9,50 auf 11,50 Meter vertieft werden. Was das bedeutet, zeigte sich gestern. Das 185 Meter lange Frachtschiff „Trudy“ wurde mit Auftausalz für die USA beladen. Wegen der fehlenden Wassertiefe in der Hafenzufahrt konnte es Wismar nur mit 22.000 statt der möglichen 35.000 Tonnen verlassen. Das Land werde sich weiter dafür stark machen, dass das Vorhaben in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird.

Mit einem durchschnittlichen Jahresumschlag von etwa vier Millionen Tonnen ist der Seehafen zweitgrößter Umschlagplatz in Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem Holz, Kali- und Salzprodukte sowie Schrott werden über die Kaikanten gehievt. Bislang gibt es Liegeplätze für 15 Schiffe.

Nach Angaben von Minister Christian Pegel ist der Hafen in Wismar „ein anerkanntes Bindeglied für Verkehre zwischen Skandinavien, dem Baltikum sowie Russland mit Österreich und darüber hinaus mit Italien und dem Mittelmeer“.

 

Ostseezeitung vom 10.06.2015